RADIO SOLIDARNOST » Emisija #02

Radio SolidarnOST » Emisija #02

Am 18. Dezember lief die zweite Sendung von RadioSolidarnOST bei PiRadio in Berlin. Thema der Sendung war »Geschichtsrevisionismus« in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens. Es gab einen Beitrag über die homophobe Abstimmung im Dezember 2013 in Kroatien, das faschistischen Verhalten des kroatischen Fußballnationalspieler Josip Simunić und die serbische Fernsehserie »Ravna Gora«.
Wer die Sendung verpasst hat, kann sie hier nachhören.

Die nächste Sendung von RadioSolidarnOST ist am 12. Februar 2014 um 20.30 Uhr bei PiRadio auf 88,4 MHz in Berlin oder online zu hören.

Viel Spaß beim Nachhören!

RadioSolidarnOST_Emisija_#02 by Solidarnost on Mixcloud

Gipsy Mafia on Tour!

Gipsy Mafia on Tour!
Konzert und Info-Veranstaltung

Konzert von Gipsy Mafia in Novi Sad am 9. November 2013

Konzert von Gipsy Mafia am 9. November 2013 auf dem Antifa-Festival in Novi Sad

Gipsy Mafia ist eine 2006 gegründete Roma-HipHop-Gruppe aus dem serbischen Zrenjanin. Sie begeistern das Publikum mit ihrem Sound und ihren direkten Texten, in denen sie die korrupte Politik und die rassistische Gesellschaft in Serbien und darüber hinaus kritisieren. In ihrer Musik erzählen sie von ihrem Alltag und setzen zugleich ein klares Zeichen gegen Faschismus.

Im Januar 2014 sind sie auf Tour. Am 3. Januar werden sie zum ersten Mal in Hamburg, einen Tag später in Berlin und am 5. Januar in Potsdam auftreten. In Hamburg werden sie von Chilombiano (Hip-Hop aus HH) und in Berlin von Refpolk (Zeckenrap/Schlagzeiln) supportet.

Vor den Konzerten wird es zudem Info-Veranstaltungen mit Mitgliedern der Band geben. Sie werden über Rassismus und Diskriminierung von Roma, Nationalismus und die aktuelle Lage in Serbien sowie ihre Erfahrungen mit dem deutschen Abschiebestaat berichten.

Hamburg | Fr. 3. Januar ’14
Info-Veranstaltung: 19 Uhr | Konzert: 21.30 Uhr
Honigfabrik | Industriestr. 125-131 | Hamburg-Wilhelmsburg

Berlin | Sa. 4. Januar ’14
Info-Veranstaltung: 20 Uhr | Konzert: 22 Uhr
K9 | Kinziger Straße 9 | Berlin-Friedrichshain | U-Bf. Samariterstr.

Potsdam | So. 5. Januar ’14
Info-Veranstaltung: 18.30 Uhr | Konzert: 20.30 Uhr
KuZe | Hermann-Elflein-Straße 10 | Potsdam | Haltestelle Luisenplatz

Veranstaltet von SolidarnOST – Solidarität mit Antifas aus Ex-Juoslawien

RadioSolidarnOST » Emisija #2

Emisija #02: Radio SolidarnOST am 18. Dezember ’13

SolidarnostRadioSolidarnOST geht in die nächste Runde: Emisija #02.
In der kommenden Sendung bei dem Freien Radio Pi Radio werden wir über die aktuelle Situation in Kroatien, das neu erschienene Buch »Mythos Partizan«, Geschichtspolitik und -revisionismus in Serbien und natürlich auch über antifaschistische und linke Kämpfe in Ex-Jugoslawiens berichten. 

Musik:

  • Djan Buba Mara

18. Dezember ’13 | 20:30 – 21:30 Uhr | Piradio
Berlin: 88,4 MHz | Potsdam: 90,7 MHz | online

Buchpräsentation: Mythos Partizan

Buchpräsentation: Mythos Partizan

TitelBuchReise.inddJugoslawien kann ohne seine Linke nicht verstanden werden. Auf den Spuren der Geschichte des zerfallenen Landes beleuchtet das Buch »Mythos Partizan: (Dis-)Kontinuitäten der jugoslawischen Linken: Geschichte, Erinnerungen und Perspektiven« die Brüche und Kontinuitäten der Linken von den frühen Anfängen bis in die Gegenwart. Gleichzeitig ist es auch ein Zeugnis der Linken selbst, das den geschichtlichen und gesellschaftlichen Rahmen absteckt in dem die Kämpfe geführt wurden und werden – auf der Suche nach Alternativen zum Bestehenden.

Ausgehend vom jugoslawischen Partisan_innenwiderstand gegen Faschismus und Besatzung setzt sich das Buch mit dem »Mythos Partizan« auseinander: der Geschichte des Zweiten Weltkrieges, ihren Deutungen und Erinnerungen sowie mit der daraus hervorgegangenen Gesellschaft einschließlich ihrer Widersprüche und sozialen Bewegungen. Diese Themen bilden die Schwerpunkte des Buches.

Als Produkt kollektiver Erfahrung vereint das Buch unterschiedliche Perspektiven. So beinhaltet es neben wissenschaftlichen Beiträgen von Autor_innen aus Deutschland sowie dem postjugoslawischen Raum auch Interviews, Reportagen und Fotos.

Am 20. November wollen wir im Neuköllner »k-fetisch«, einem der Orte des Entstehens des Buches, dieses vorstellen, es gemeinsam feiern und darüber diskutieren.

k-fetisch | 20. November 2013 | 19.30 Uhr
Weser-/ Wildenbruchstraße | U-Bf. Rathaus Neukölln

Infos zum Buch:
Đorđe Tomić, Roland Zschächner, Mara Puškarević, Allegra Schneider (Hg.): Mythos Partizan. (Dis-)Kontinuitäten der jugoslawischen Linken:Geschichte, Erinnerungen und Perspektiven.
reihe antifaschistischer texte, Band: 26; Unrast Verlag
ISBN 978-3-89771-824-1; Seiten: 440, 24 Euro

Veranstaltung am 24. Oktober über Squatting in Serbien

Information-Evening about Squatting in Serbia

VA 24.10.2013 in der Roten Insel "Squatting in Novi Sad"Novi Sad Squat Info-evening and Solivokü. Informational evening about abandoned military buildings in Novi Sad, Serbia which were squatted and turned into social centers.
Eat some tasty vegan food from Stein und Gabel and listen to people involved with the project will tell a bit about their experiences. All profits go to the project to help cover the costs of recent theft in the center.

24/10/2013 | 8 pm | Rote Insel
Mansteinstrasse 10 | Berlin-Schöneberg | U-/S-Bf Yorckstraße

>>>deutsch>>>

Info-veranstaltung über Hausbesetzungen in Serbien

Info-Abend über eine Squat im serbischen Novi Sad, mit Soli-Vo-Kü. Auf der Veranstaltung über die Besetzung ein ehemaliges, leerstehendes Miliärgebäude, das von Aktivist_innen besetzt wurde und zu einem Sozialen Zentrum gewandelt wurde.
Kommt vorbei, esst leckeres veganes Essen von Stein und Gabel und hört, was die Aktivist_innen aus Novi Sad, die in dem Projekt involviert sind und uns über ihre Erfahrungen berichten werden. Alle Spenden gehen direkt an das Projekt zur Deckung von Kosten, die neulich durch einen Diebstahl entstanden sind.

24. Oktober 2013 | 20 Uhr | Rote Insel
Mansteinstr. 10 | Berlin | U-/S-Bf Yorckstraße

SolidarnOST im Radio

POČETAK #01: SolidarnOST am 23. Oktober im Radio

SolidarnostSolidarnOST macht jetzt auch Radio: »Radio Solidarnost«. Wir wollen in unserer Sendung bei dem Freien Radio Pi Radio über die Situation in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens, mit der Antifaschist_innen aus der Region konfrontiert sind, informieren.

Über Radio SolidarnOST

Aggressiver Nationalismus und religiöser Fundamentalismus verstärken vorhandene Diskriminierungsformen wie Homophobie, Chauvinismus und Rassismus. Emanzipierte Strukturen haben es schwer unter diesen Umständen gesellschaftlichen Einfluss zu gewinnen. Wir informieren und diskutieren über aktuelle Entwicklungen und Aktivitäten in der Region, aber auch zur internationalen Solidaritätsarbeit. Radio Solidarnost wird gemacht vom Solidaritätsnetzwerks „SolidarnOST – Solidarität mit Antifas aus Ex-Jugoslawien“.

  • DJ: Buba Mara

23. Oktober ’13 | 20:30 – 21:30 Uhr | Piradio
Berlin: 88,4 MHz | Potsdam: 90,7 MHz | online

Veranstaltung:“Zur Aktualität des serbischen Geschichtsrevisionismus“

Veranstaltung: „Zur Aktualität des serbischen Geschichtsrevisionismus“

DrazaAntifaschismus und die Errungenschaften der jugoslawischen Partisan_innen bestimmten für fast ein halbes Jahrhundert Geschichte, Bildung und Kultur Jugoslawiens. Nach Titos Tod 1980 und dem Zusammenbruch der jugoslawischen Föderation verbreitete sich ein offener Nationalismus in allen jugoslawischen Republiken. Damit wurde Tür und Tor für die Revision der Geschichte und geöffnet: der Gründungsgedanke der Staates „bratstvo i jedinstvo“ (Brüderlichkeit und Einheit) wurde ebenso angezweifelt, wie die Geschichtsinterpretation des Zweiten Weltkrieg. Täter wurden zu Opfer stilisiert und die Erfolge des gemeinsamen Kampfes in Frage gestellt.
Spätestens seit 2000 wurde in Serbien der Geschichtsrevisionismus zur Staatsideologie erhoben. Dieser basiert auf Antikommunismus und Nationalismus. Er hat zum Ziel, dass der Kampf der Partisan_innen und die durch sie erkämpfte sozialistische Revolution in Vergessenheit gerät und fordert stattdessen die Akzeptanz einer Geschichte, die frei vom Kommunismus ist. Damit sollen gleichzeitig der neu eingeführte Kapitalismus gerechtfertigt und die Erinnerung an eine sozial Alternative delegitimiert werden.
Daneben ist, wie in den meisten anderen postsozialistischen Staaten, dieser Geschichtsrevisionismus auf ein Regime zurückzuführen, das nationalistisch und chauvinistisch ist. Die Rehabilitation von Kollaborateuren und Quislingen sowie offen faschistische Bewegungen des Zweiten Weltkrieges dient als Mittel, den Geschichtsrevisionismus durchzusetzen. Besonders deutlich wird das durch die nach dem Zweiten Weltkrieg zum Tode Verurteilten, Getöteten und schuldig Gesprochenen, die nun als „Opfer des kommunistischen Regimes“ hingestellt werden.
Die Geschichte des Antifaschismus wird schamlos übergangen und abgelehnt, alte Faschisten werden staatlich rehabilitiert und medial bejubelt. Dies schafft Platz für neue faschistische und sonstige chauvinistischen Bewegungen, die vom serbischen Staatsapparat toleriert und zum Teil gefördert werden, da sie ideologische die gleichen Ziele verfolgen. Dies zeigt, weshalb der Kampf gegen diese geschichtsrevisionistischen Tendenzen und die Erinnerung an den erfolgreichen Partisan_innenkampf ein wichtiger Aspekt in der aktuellen jugoslawischen und serbischen antifaschistischen Bewegung ist.

Die Aktivistin und Journalistin Jelena Djureinović wird über das Phänomen Geschichtsrevisionismus und Anti-Antifaschismus in Serbien referieren und diskutieren.

Die Veranstaltung wird auf Englisch sein, falls notwendig, wird es eine Flüsterübersetzung ins Deutsche geben.

Ort: k-fetisch (Wildenbruchstraße 86, 12045 Berlin)
Datum: Di, 30.07.2013
Uhrzeit: 19 Uhr

Eine Veranstaltung des Solidaritätsnetzwerk SolidarnOST – Solidarität mit den Antifas im ehemaligen Jugoslawien. Infos: solidarnost.blogsport.eu

—english version—

Discussion: On current „Serbian historical revisionism“

Antifascism and the achievements of the Yugoslavian partisans determined for almost half a century the history, education and culture of Yugoslavia. After Tito’s death in 1980 and the collapse of the Yugoslavian federation an open nationalism spread in all Yugoslavian republics. This opened the door for a revision of history: the initial idea of a society based on „Bratstvo i Jedinstvo“ (Fraternity and Unity) was challenged as well as the history interpretation of the second World War. Perpetrators are becoming victims and the successes of the common fight is put into question.
At the latest since 2000 the historical revisionism became a state ideology in Serbia and is based on anti-communism and nationalism. It aims to erase the fight of the partisans and the achieved socialist revolution from history and demands an acceptance of a story instead, which is free from communism. This shall justify the newly established capitalism and delegitimize the memory of social alternatives.
This historical revisionism, like in most post-socialist states, can be traced back to nationalistic and chauvinistic regimes. The rehabilitation of collaborators, quislings and openly fascist movements during the Second World War serves as means to succeed with the revisionism of history. Explicit examples for this process are that those sentenced to death, killed and convicted guilty after the second World War, are now presented as „the victims of the communist regime“.
The history of the antifascism is ignored and declined shamelessly, old fascists are rehabilitated by the state and cheered in the media. This opens spaces for new fascist and other chauvinistic movements, which are tolerated and promoted partly by the Serbian state since they follow a similar ideology. This shows why the fight against historical revisionism trends and the memory of the successful struggle of the partisans is an important aspect in the current Yugoslavian and Serbian antifascist movement.

The activist and journalist Jelena Djureinović will talk and discuss about the phenomenon of history revisionism and anti-antifascism in Serbia.

The event will be held in Englisch. If necessary translation will be offered.

Place: k-fetisch (Wildenbruchstraße 86, 12045 Berlin)
Date: Tuesday, 30th of July 2013
Time: 7 pm

The event is organized by the solidarity network SolidarnOST Solidarity with Antifas in former Yugoslavia. Information: solidarnost.blogsport.eu

Soli-Party für Antifa-Camp in Kroatien

Soli-Party für Antifa-Sommer-Camp in Kroatien

vorne_solidarnost_soliVor zwei Jahren hat sich in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens das Antifa-Netzwerk „Zajdnička Borba protiv Fašizma“ (Gemeinsamer Kampf gegen Faschismus) gegründet. Die Aktivist_innen vor Ort agieren in einem gesellschaftlichen Umfeld, das durch Nationalismus, Chauvinismus und Sexismus geprägt ist. Parallel dazu hat sich auch hierzulande die Solidaritätsḱampagne SolidarnOST gegründet, um die Aktivist_innen in Ex-YU bei ihrer antifaschistischen Arbeit zu unterstützen. „Zajednička Borba“ planen in diesem Jahr ein gemeinsames antifaschistisches Sommer-Camp in Kroatien, auf dem rege diskutiert, sich vernetzt und weitergebildet werden soll. Alle Antifas aus dem ehemaligen Jugoslawien sind eingeladen an dem Camp teilzunehmen. Themen wie Sexismus, Homophobie, Rassismus, Geschichte des antifaschistischen Widerstands in der Region, aber auch Fragen der konkreten politischen Praxis werden eine Plattform finden.

Die Kampagne SolidarnOST lädt daher zur sommerlich antifaschistischen Soli-Party ein! Bei Musik, Rakija und Cocktails wollen wir feiern und aus dem Erlös die Strukturen im ehemaligen Jugoslawiens und das Antifa-Sommer-Camp 2013 unterstützen.

Kommt vorbei! Pridružite nam se!

Sa 6. Juli | 22:00 Uhr | Raumerweiterungshalle
Markgrafendamm 24c | S-Bf Ostkreuz

//DJs//
/Buba Mara (best of (Ex-)YU: Pop, Punk, Hip Hop)
/Radio Gaga (’80s, Pop, All times favorite)
/Jadranko (YU-New Wave und New Primitivism)
/Klara Glowa (Elektropop)

Anhaltende Proteste in Bosnien

Anhaltende Proteste in Bosnien

Protest in Sarajevo vor dem Parlamentsgebäude

Seit über einer Woche finden in Sarajevo Proteste statt, bei denen auch das Parlament für 48 Stunden blockiert wurde, sodass keiner der Politiker_innen weder rein noch raus kommen konnte.

Anlass der Proteste war die Weigerung und Verschleppung der Parlamentsabgeordneten ein Gesetz zu verabschieden, das die Vergabe der Personenkennzahl (PKZ) in Bosnien und Herzegowina regelt. Alle Neugeborenen bekamen deswegen seit seit Februar 2013 keine PKZ, sie erhalten keine Ausweispapiere, Reisepässe, Krankenversicherung etc. und haben de-facto einen illegalen Status.

Nachdem der Ernstfall eingetreten war und mehrere Neugeboren die für ihre Gesundheitsversorgung notwendige Behandlung – die sie in Bosnien nicht erhalten hätte können – aufgrund der fehlenden PKZ nicht ausreisen durfte, sammelten sich die die Bewohner_innen in Sarajevo und demonstrierten mehrere Tage vor dem Parlamentsgebäude. Die Polizei reagierte auf die friedlichen Proteste brutal und zerschlug diese. Nichtsdestotrotz gelang es den Protestierenden eine Lösung für die kleine Belmina Ibrišević zu erkämpfen, die für ihre Behandlung nach Deutschland ausreisen durfte.

Für eine andere Neugeborene, die kleine Berina Hamidović, kam jede Hilfe zu spät. Aus Mangel an gesundheitlicher Versorgung verstarb sie gestern in Belgrad. Ihr und ihrer Familie wurde aufgrund der fehlenden Papiere der Grenzübertritt nach Serbien erst nach mehreren Stunden gewährt. Zulange, in der Zwischenzeit hatte sich Berina an einer Blutvergiftung infiziert, an der sie bei der Ankunft in Belgrad verstarb. Seitdem trauern die Bewohner_innen Sarajevos vor dem Parlamentsgebäude.

Insgesamt richten sich die Proteste, der sich nicht allein auf Sarajevo beschränkt, sondern das ganze Land ergriffen hat, gegen die nationalistische und korrupte Politik in Bosnien, die soweit führt, dass aufgrund der nationalistischen Politik keine gemeinsamen Beschlüsse getroffen werden können und selbst der Tod von Menschen in Kauf genommen wird. Zudem wird, wie auch in anderen Ländern in denen es in der vergangenen Zeit zu Protesten kam (bspw. in Slowenien, Türkei, Bulgarien), die allgegenwärtige Korruption der Politiker_innen angeprangert.