Solidarität mit Protesten in Bosnien: Kundgebung vor Botschaft

»Tod dem Nationalismus«
Auf Transparenten und Plakaten standen Parolen wie »Tuzla ist überall«, »Solidarität aus Berlin«, »Tod dem Nationalismus« und »Wir sind mit euch«. Auf einem Transparent war zu lesen: »Vom Vardar zum Triglav, die Elite fürchtet nur eins, dass die Menschen sich vereinen«. Damit wurde die projugoslawische und anti-nationalistische Ausrichtung der Proteste in Bosnien aufgegriffen.
Unterdessen gehen die Proteste in Bosnien weiter. In einigen Städten (Sarajevo, Bihać, Odžak, Prijedor etc.) sind wieder viele Menschen auf den Straßen. In Tuzla räumen junge Demonstrant_innen die Straßen auf. Die Aktion läuft unter dem Motto: »Wir machen unseren Dreck weg – ihr macht euren.«
In der vergangenen Woche weiteten sich Demonstrationen von Arbeiter_innen in Tuzla zu einem landesweiten Protest aus. Am Freitag gingen Zehntausende Menschen in vielen Städten der ex-jugoslawischen Republik auf die Strasse.
Die Forderungen der Protestierenden haben wir übersetzt und dokumentieren sie an dieser Stelle.
Die unzufriedenen Bürger_innen fordern:
1. Wir wollen eine Lösung des Status für die Arbeiter_innen zerstörter Firmen.
2. Wir fordern verbindlich Anstellungen von Sozialarbeiter_innen in Grund- und Mittelschulen.
3. Wir wollen Mittel für arbeitslose junge Mütter.
4. Wir wollen eine Erhöhung und eine Ausgleichung der Sozialabgaben in der Föderation Bosnien-Herzegowina.
5. Wir wollen das Recht auf Leben.
6. Wir wollen das Recht auf Arbeit.
7. Wir wollen eine lineare Erhöhung der Renten.
8. Wir wollen die Abschaffung von zusätzlichen Vergültungen auf der Grundlage von verschiedenen Kommissionen für Abgeordnete und für Angestellte der öffentlichen Verwaltung.
9. Wir wollen, dass die Gehälter der Minister nachdem ihre Mandate beendet sind, nicht weiter bezahlt werden.
10. Wir wollen, dass die Politikergehälter an den Lohn der Angestellten im öffentlichen Dienst und in der Privatwirtschaft angeglichen werden.
11. Wir wollen die Absetzung der Regierung, des Premierministers und Minister, die uns 20 Jahre lang belogen haben. Wir haben genug des Nepotismus, des Diebstahls und der Korruption. Wir sind Menschen und keine Sklaven, alles was wir wollen, ist ein menschenwürdiges Leben zu führen.
Wir werden euch weiter auf dem Laufenden halten, wie sich die Situation entwickeln wird. So auch am Mittwoch, bei der nächsten Sendung von RadioSolidarnOST.