Homophober Angriff in Zagreb

Homophober Angriff in Zagreb

Logo der Zagreb Pride

„Wenn ihr in Belgrad wärt, würdet ihr euch nicht trauen so in der Stadt rumzulaufen. Eklige Lesben und Schwuchteln! Man müsste euch alle umbringen und anzünden! BBB (Bad Blue Boys) und Hooligans, verstehste?“ waren nur einige der unzähligen Beschimpfungen und Beleidigungen, die der unbekannte Mann gerufen hat, während er mit seinen Fäusten zwei Frauen auf den Kopf geschlagen hat. Der Angriff hat sich am 22. Juni gegen 5.45 Uhr morgens im Zagreber Viertel Trešnjevka ereignet.

Die beunruhigenden und homophoben Ausdrücke haben am Abend des Angriffes angefangen. Während die Mädchen auf den Nachtbus am Hauptbahnhof gewartet haben. Auch wenn sie den Angreifer im Grunde genommen ignoriert haben – sie haben ihm nur mitgeteilt, dass er sie in Ruhe lassen solle – setzte er seine verbalen Attacken auch im Nachtbus fort. Nachdem die Frauen ausgestiegen sind, wurde aus der verbalen eine körperliche Attacke, indem er sie auf den Kopf geschlagen hat. Den Frauen ist es irgendwie gelungen zu fliehen, aber er hat sie überholt und hat seine Schläge auf Kopf und Körper mit seinen Fäusten und Füßen fortgesetzt. Einer der Frauen ist es gelungen die Polizei zu rufen. Danach hat der Täter sich in eine unbekannte Richtung bewegt. Dabei hat er die Mädchen weiterhin beleidigt.

Einer der Frauen ist der Kiefer gebrochen worden, sie hat eine geplatzte Lippe und eine Gehirnerschütterung. Die andere Frau hat Hämatome und Prellungen im Gesicht. Die Opfer haben gegenüber der Polizei betont, dass der Angriff sich aus Hass gegenüber ihrer sexuellen Orientierung zugetragen hat. Gegen den bis jetzt unbekannten Täter, wurde bereits mit Hilfe von „Zagreb Pride“ eine Anzeige gestellt.

Quelle
Zagreb Pride

Bericht über Kundgebung gegen Rehabilitierung von Dragoljub – Draža Mihailović

Bericht über Kundgebung gegen Rehabilitierung von Dragoljub – Draža Mihailović

Flyer der Kundgebung gegen die Rehabilitierung von Dragoljub - Draža Mihailović

Am 22. Juni 2012 wurde vor dem Obersten Gericht in Belgrad ein drittes mal in Folge gegen die Rehabilitierung des Kriegsverbrechers und Kollaborateurs Dragoljub – Draža Mihailović protestiert. Dort sollte die Rehabilitierung des serbischen Kollaborateurs und Royalisten Dragoljub – Draža Mihailović, Führer der Četnik-Bewegung, ein weiteres mal verhandelt werden. Es haben sich ca. 70 Aktivist_innen linker Organisationen und Gruppen sowie Einzelpersonen getroffen. Des weiteren waren unter den Teilnehmer_innen des Protestes gegen die Rehabilitierung 20 Aktivist_innen der Antikriegsorganization „Frauen in Schwarz“.
Die ca. 40 Unterstützer_innen der Rehabilitierung befanden sich gegenüber von den Protestierenden. Dabei handelt es um Angehörige von Neo-Četnik-Organisationen, die seit zwei Jahrzehnten ungestört im post-Sozialistischen Serbien aktiv sind und von der Regierung toleriert werden. Die Regierung benutzt und instrumentalisiert die Unterstützer_innen des nationalen Revanchismus und der Großserbischen Ideologie. Gleichzeitig werden mit dieser Haltung Praxen ethnischer Säuberung und die Verharmlosung der Kriegsverbrecher aus den 1990’er Jahren unterstützt, die von den Kriegsverbrechen aus der Četnik-Bewegung von 1941 bis 1945 inspiriert waren. Desweiteren verschließen die Unterstützer_innen dieser Ideologie die Augen vor der offiziellen ökonomischer Politik der Transformation eines post-Sozialistischen Serbiens. Denn die neue Politik bewegt sich in Richtung eines monarchistischen Serbiens und bekräftigt die kapitalistischen Eigentumsverhältnisse aus der Zeit vor der sozialistischen Revolution (Anm. d. Übersetzer_in.: die Befreiung vom Faschismus im zweiten Weltkrieg war gleichzeitig auch sozialistische Revolution in Jugoslawien, vor dem Zweiten Weltkrieg war Jugoslawien ein Königreich). Dragoljub Mihailović ist einer der Symbole einer unmenschlichen und ausbäuterischen Bewegung des Königreiches Jugoslawiens. Eines der Hauptziele seiner Bewegung war es, die Organisation der Armee des Königreiches zu erhalten, indem er mit den deutschen und italienischen Besetzern kollaboriert, um die Restaurierung eine serbischen und jugoslawischen Vorkriegsgesellschaft zu ermöglichen.

Die Gendarmerie und Polizei hat die Teilnehmer_innen der beiden Proteste vor dem Obersten Gericht durch ein starkes auftretreten auseinandergehalten. Während die Polizei nach ca. einer Stunde die Teilnehmer_innen der antifaschistischen Versammlung vertrieben hat, konnten die Četniks weiterhin die staatliche Rehabilitierung des Kriegsverbrechers Dragoljub Mihailović noch einige Stunden vor dem Gericht unterstützen

Die Teilnehmer_innen des antifaschistischen und linken Protests gegen die Rehabilitierung haben sich gewünscht, dass die Četniks erfahren, dass sie die fünfte Kolonne eines bourgeoisen Regimes und einer Klasse des Kapitals sind, indem sie „Diener des Regimes“, „Klasse der Arbeiter_innen gegen Četniks!“ und „Ihr arbeitet für Tadić“ skandierten (Tadić ist der Anführer der proeuropäischen und kripto-Četnik Partei, er war bis vor kurzem Präsident der Republik Serbiens).
Mit der Parole „Ustašas, Četniks – ihr seid gemeinsam abgehauen“ haben die antifaschistische Teilnehmer_innen den Četniks verdeutlichen wollen, dass ihre ideologischen Vorgänger mit kroatischen Faschisten zusammengearbeitet haben. Gerade dieses historisches Ereignis versuchen die Četniks mit einer großen Portion Frustration aus dem Gedächtnis zu löschen. Die zuletzt genannte Parole war eine Antwort auf die Parole der Četniks: „Ustašas, Ustašas!“. Das sollte außerdem verdeutlichen, dass die versammelten Antifaschist_innen Verräter_innen des serbischen Volkes sind und dass die einzig wahren Vertreter_innen des serbischen Volkes Četniks sein können. Selbstverständlich ist den Antifaschist_innen der historische Hintergrund der Zusammenarbeit von Četniks und Ustašas wohl bekannt. Genauso wie die Tatsache, dass die jugoslawischen Partizan_innen-Bewegung sowohl den kroatischen als auch den serbischen Faschismus besiegt hat.
Ihre Nähe zum historischem Erbe der jugoslawischen Partizan_innen-Bewegung und der jugoslawischen sozialistischen Revolution (1941-1945) haben die versammelten Antifaschist_innen und Linken ausgedrückt indem sie Partizan_innen-Lieder und revolutionäre Lieder gesungen haben. Die Četniks wiederum haben Lieder gesungen die der Kollaboration, den Traum einer Hegemonie im Großserbien und die Wiedereinführung einer mittelalterlichen Monarchie große Bedeutung beimessen.
Nachdem die Polizei die versammelten Linken vor dem Gericht vertrieben hat, sind die Antifaschist_innen durch die Straßen gelaufen und haben antifaschistische Parolen gerufen und Partizan_innen-Lieder gesungen.

Quelle
Teilenehmer_in des Protests

Tag des Kampfes gegen Faschismus mit Hakenkreuzen gefeiert

Tag des Kampfes gegen Faschismus mit Hakenkreuzen gefeiert

Der Internationale Tag gegen Faschismus wurde in Split mit zahlreichen Hakenkreuz-Schmierereien gefeiert. Die faschistischen Symbole wurden bereits in den Tagen zuvor in der ganzen Stadt gesprüht. Die lokale Regierung rührt keinen Finger, um die Schmierereien zu entfernen.
Das Kroatische Portal „Index“ schreibt, dass selbst Adolf Hitler sich an den Symbolen in Split komfortabel gefühlt hätte: „Ihn würden die Nazi-Symbole sehr erfreuen“.
Die Hakenkreuze wurden an vielen Orten gesprüht, teilweise stand „Heil Hitler“ dabei. In keinem einzigen Fall haben die Behörden reagiert und dafür gesorgt, dass die Sprühereien entfernt werden.
„Die Graffitis in der Cankarjevoj Straße sind nicht die einzigen, die den Geist illustrieren, der sich in Split in den letzten 20 Jahren durchgesetzt hat. Neben den Symbolen des Fußballvereins Hajduk gibt es in jedem Viertel auch Hakenkreuze“, schreibt „Index“.
Angesichts der Tatsache, dass eine Delegation der Stadt und des Kreises am 10. April für die Gefallenen einer HOS-Einheit, die von Ritter Rafael Boban gegründet wurde, in Split Kränze ablegt, stellt diese Situation in der Stadt keine Überraschung dar, erklärt das Portal.
Kommandant der Einheit war Marko Skejo, Mitglied der HČSP. Mitglieder der Partei sind regelmäßig bei Messen in denen der NDH-Führer Ante Pavelic als „wahrer kroatischer Held“ gefeiert wird.
„Für sie waren die Lager in Jasenovac und Gradišce keine Lager sondern eher Krankenhäuser. Es kann bewiesen werden dass darin lediglich Feinde des Kroatischen Staates und schwer kranke gestorben sind.“ schreibt „Index“ und hält fest, dass der Nazi-Tourismus in Split immer sicherer wird.

Quelle
Abrasmedia