Soli-Party für Antifa-Camp in Kroatien

Soli-Party für Antifa-Sommer-Camp in Kroatien

vorne_solidarnost_soliVor zwei Jahren hat sich in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens das Antifa-Netzwerk „Zajdnička Borba protiv Fašizma“ (Gemeinsamer Kampf gegen Faschismus) gegründet. Die Aktivist_innen vor Ort agieren in einem gesellschaftlichen Umfeld, das durch Nationalismus, Chauvinismus und Sexismus geprägt ist. Parallel dazu hat sich auch hierzulande die Solidaritätsḱampagne SolidarnOST gegründet, um die Aktivist_innen in Ex-YU bei ihrer antifaschistischen Arbeit zu unterstützen. „Zajednička Borba“ planen in diesem Jahr ein gemeinsames antifaschistisches Sommer-Camp in Kroatien, auf dem rege diskutiert, sich vernetzt und weitergebildet werden soll. Alle Antifas aus dem ehemaligen Jugoslawien sind eingeladen an dem Camp teilzunehmen. Themen wie Sexismus, Homophobie, Rassismus, Geschichte des antifaschistischen Widerstands in der Region, aber auch Fragen der konkreten politischen Praxis werden eine Plattform finden.

Die Kampagne SolidarnOST lädt daher zur sommerlich antifaschistischen Soli-Party ein! Bei Musik, Rakija und Cocktails wollen wir feiern und aus dem Erlös die Strukturen im ehemaligen Jugoslawiens und das Antifa-Sommer-Camp 2013 unterstützen.

Kommt vorbei! Pridružite nam se!

Sa 6. Juli | 22:00 Uhr | Raumerweiterungshalle
Markgrafendamm 24c | S-Bf Ostkreuz

//DJs//
/Buba Mara (best of (Ex-)YU: Pop, Punk, Hip Hop)
/Radio Gaga (’80s, Pop, All times favorite)
/Jadranko (YU-New Wave und New Primitivism)
/Klara Glowa (Elektropop)

Anhaltende Proteste in Bosnien

Anhaltende Proteste in Bosnien

Protest in Sarajevo vor dem Parlamentsgebäude

Seit über einer Woche finden in Sarajevo Proteste statt, bei denen auch das Parlament für 48 Stunden blockiert wurde, sodass keiner der Politiker_innen weder rein noch raus kommen konnte.

Anlass der Proteste war die Weigerung und Verschleppung der Parlamentsabgeordneten ein Gesetz zu verabschieden, das die Vergabe der Personenkennzahl (PKZ) in Bosnien und Herzegowina regelt. Alle Neugeborenen bekamen deswegen seit seit Februar 2013 keine PKZ, sie erhalten keine Ausweispapiere, Reisepässe, Krankenversicherung etc. und haben de-facto einen illegalen Status.

Nachdem der Ernstfall eingetreten war und mehrere Neugeboren die für ihre Gesundheitsversorgung notwendige Behandlung – die sie in Bosnien nicht erhalten hätte können – aufgrund der fehlenden PKZ nicht ausreisen durfte, sammelten sich die die Bewohner_innen in Sarajevo und demonstrierten mehrere Tage vor dem Parlamentsgebäude. Die Polizei reagierte auf die friedlichen Proteste brutal und zerschlug diese. Nichtsdestotrotz gelang es den Protestierenden eine Lösung für die kleine Belmina Ibrišević zu erkämpfen, die für ihre Behandlung nach Deutschland ausreisen durfte.

Für eine andere Neugeborene, die kleine Berina Hamidović, kam jede Hilfe zu spät. Aus Mangel an gesundheitlicher Versorgung verstarb sie gestern in Belgrad. Ihr und ihrer Familie wurde aufgrund der fehlenden Papiere der Grenzübertritt nach Serbien erst nach mehreren Stunden gewährt. Zulange, in der Zwischenzeit hatte sich Berina an einer Blutvergiftung infiziert, an der sie bei der Ankunft in Belgrad verstarb. Seitdem trauern die Bewohner_innen Sarajevos vor dem Parlamentsgebäude.

Insgesamt richten sich die Proteste, der sich nicht allein auf Sarajevo beschränkt, sondern das ganze Land ergriffen hat, gegen die nationalistische und korrupte Politik in Bosnien, die soweit führt, dass aufgrund der nationalistischen Politik keine gemeinsamen Beschlüsse getroffen werden können und selbst der Tod von Menschen in Kauf genommen wird. Zudem wird, wie auch in anderen Ländern in denen es in der vergangenen Zeit zu Protesten kam (bspw. in Slowenien, Türkei, Bulgarien), die allgegenwärtige Korruption der Politiker_innen angeprangert.