[Berlin-Tempelhof] Thompson ohne Columbiahalle

[Berlin-Tempelhof] Thompson ohne Columbiahalle

Text von [recherche&aktion] gefunden auf: https://linksunten.indymedia.org/de/node/111125

Kaum eine Woche vor dem für den 26. April ange­kün­digten Berlin-Konzert der kroa­ti­schen Ustascha-Rocker Thompson ist dem Ver­an­stal­tungsort die Ange­le­gen­heit offenbar zu heiß geworden. Nachdem meh­rere auf­la­gen­starke Tages­zei­tungen über die Hin­ter­gründe von Thompson berichtet haben, erklärt die Colum­bia­halle den Ver­trag mit dem Ver­an­stalter nun­mehr gekün­digt zu haben.

Erst­mals hatte die Initia­tive Soli­da­rität mit Antifas in Ex-Jugoslawien Ende März auf das geplante Kon­zert in der Colum­bia­halle hin­ge­wiesen und zu Protesten aufgerufen. Ein Bericht im Ber­liner Kurier folgte. Umfang­reiche Recher­chen zu Thompson in Berlin bekräf­tigten am 8. April, dass sich sowohl Marko Per­ko­vićs Band, als auch rele­vante Teile des Thompson-Publikums bis in die jüngste Ver­gan­ge­heit kon­ti­nu­ier­lich durch das Zur­schau­stellen eines unver­hoh­lenen Natio­na­lismus und ihre Nähe zum Erbe der klerikal-faschistischen Ustascha-Bewegung her­vortun. Meh­rere Tages­zei­tungen haben das geplante Berlin-Konzert seitdem auf­ge­griffen.

Klänge des Natio­na­lismus, Junge Welt, 9. April 2014
Mit dem Usta­scha­gruß auf große Fahrt, Die Welt, 13. April 2014
Gott hat uns geschickt, die Welt zu ver­än­dern, Ber­liner Zei­tung, 15. April 2014
Zurück zu Gott, Familie und Vater­land, taz.de, 17. April 2014

Dabei ist die Kon­tro­verse um Thompson kei­nes­falls neu: spä­tes­tens seitdem im Jahr 2003 öffent­lich wurde, dass die Band auf meh­reren Live-Gigs die Ustascha-Hymnen „Jure i Boban” und „Jase­novac i Gra­diška Stara“ ange­stimmt hatte und dass es bei Auf­tritten regel­mäßig zu mas­sen­haftem Zeigen des Ustascha-Grußes kommt, wächst die Liste der kri­ti­schen Betrach­tungen und Inter­ven­tionen von Jahr zu Jahr. Trotz zum Teil inter­na­tio­naler Pro­teste und Kon­zertab­sagen, die Thompson-Konzerte seitdem her­vor­riefen, gelang es der Band 2006 und 2009 gleich zweimal unge­stört in Berlin auf­zu­treten. Beide Male in der Colum­bia­halle.

Die jüngste Absage kann daher als Teil­er­folg gewertet werden. Pro­tes­tan­kün­di­gungen, stich­hal­tige Recher­chen und nicht zuletzt eine erfolg­reiche öffent­liche The­ma­ti­sie­rung haben ihren Zweck nicht ver­fehlt. Trotzdem ist damit zu rechnen, dass die Organisator_innen des Kon­zerts an dem Termin fest­halten und sich bereits auf der Suche nach einem Aus­weichort befinden. Wäh­rend im Internet wei­terhin ein Kon­zert „in Berlin“ beworben wird, zitiert die taz den Ver­an­stalter Jakov Kolak ange­sichts der Absage durch die Colum­bia­halle mit den Worten: „Das Kon­zert findet statt. Glauben Sie mir.“

Erfah­rungen aus anderen Städten haben bereits gezeigt, dass Thompson not­ge­drungen auch bereit sind in Pro­vi­so­rien vor einigen hun­dert Anhänger_innen auf­zu­treten. Auch ein wei­teres, für den 3. Mai in Essen ange­kün­digtes Kon­zert ruft der­zeit Pro­teste hervor.

Übersicht: Ustascha-Rock: Thompson in Berlin

Kontakt:
[recherche&aktion]
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recherche-und-aktion@riseup.net
(PGP)

Thompson in der Columbia Halle [recherche und aktion]

Thompson in der Columbia Halle [recherche und aktion]

Text gefunden auf: https://linksunten.indymedia.org/de/node/110553

Am 26. April soll in der Ber­liner Colum­bia­halle die kroa­ti­sche Band Thompson auf­treten. Bei Live-Auftritten stellen die Band und Teile ihres Publi­kums immer wieder unver­hoh­lenen Natio­na­lismus und ihre Nähe zum Erbe der klerikal-faschistischen Ustascha-Bewegung offen zur Schau.

Am 13. März 2014 berich­tete der Ber­liner Kurier über das bevor­ste­hende Thompson-Konzert in der Ber­liner Colum­bia­halle. Mit 3500 Plätzen fällt die am Rande des Tem­pel­hofer Feldes gele­gene Halle bei­nahe klein aus: Thompson alias Marko Per­ković füllte in der Ver­gan­gen­heit bereits Fuß­ball­sta­dien mit bis zu 50.000 Fans. Schon 2006 und 2009 gas­tierte Thompson in am Tem­pel­hofer Feld. Danach wurde es etwas ruhiger um Thompson, doch seit 2013 ist ein neues Album auf dem Markt und nun geht die Band um Per­ković wieder auf Tour. Den aktu­ellen Ver­an­stalter, Jakov Kolak, zitiert das Bou­le­vard­blatt mit den fol­genden Worten: „Marko singt nicht mehr über Krieg, das neue Album ist völlig harmlos. An seinen Texten ist nichts Rechts­ra­di­kales dran. Er wird ein tolles Fami­li­en­kon­zert geben.“ Dieses doch etwas lücken­hafte Bild des 47-Jährigen Ustascha-Rockers und seiner Auf­tritte, denen in zahl­rei­chen Publi­ka­tionen immer auch der Cha­rakter einer poli­ti­schen Kund­ge­bung zuge­schrieben wird, gilt es zu wider­legen.

Das Bataillon aus Čavoglave

Benannt wurde die Band „Thompson“ nach der Maschi­nen­pis­tole, die Front­mann Marko Per­ković wäh­rend des jugo­sla­wi­schen Bür­ger­krieges im Kampf gegen die Serben benutzte. Aus jener Zeit stammt auch die erste Thompson-Veröffentlichung mit dem Lied „Bojna Čavoglave“, das wäh­rend des blu­tigen Bür­ger­krieges zu einer Art Hymne kroa­ti­scher Ver­bände wurde. Das Stück, das die Band auch heute noch bei ihren Auf­tritten stets live zum Besten gibt, beginnt mit der Formel: „Za dom — spremni!“ („Für die Heimat — bereit!“), bei der es sich um den Gruß der klarikal-faschistischen Usta­scha han­delt, der bis heute als deren Erken­nungs­zei­chen gilt. Der Ustascha-Bewegung, die an der Seite des natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Deutsch­lands kämpfte, fielen wäh­rend des zweiten Welt­kriegs etwa 300.000 Serben, sowie nach Schät­zungen etwa 30.000 bis 40.000 Juden und 25.000 bis 40.000 Roma zum Opfer [1].

Später ver­suchte Marko Per­ković den Ustascha-Bezug jener Zeilen zu leugnen, als er auf ein frü­heres his­to­ri­sches Vor­bild der Formel hin­deu­tete. Dabei unter­schlug er jedoch, dass er selbst zur Zeit der Ent­ste­hung des Liedes für eine ein­deu­tige Bezug­nahme gesorgt hatte: Am 13. März 1992 berich­tete die Zagreber Wochen­schrift „Globus“ über Per­ković und sein „Bataillon aus Čavoglave“: „Unsere Hand wird euch auch in Ser­bien errei­chen“ — Neben einem Inter­view und dem abge­druckten Lied­text „Bojna Čavoglave“ findet sich ein Bild des uni­for­mierten Per­ković, der mit gestreckten rechten Arm den Ustascha-Gruß voll­zieht. Dabei ist der Fall klar: ähn­lich, wie die deut­schen Natio­nal­so­zia­listen den „Römi­schen Gruß“ in den 1920er Jahren mit der Formel „Heil Hitler“ ver­banden, was bis heute für eine ein­deu­tige Kon­no­ta­tion sorgt, taten dies die Usta­scha in den 1940er Jahren im Zuge der Annä­he­rung an das natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Deutsch­land mit der Formel „Za dom — spremni!“, die in jener Zeit um die Geste des gestreckten rechten Armes erwei­tert wurde.

Lijepa li si, Ustascha-Ideologie und Mate Boban

 

Thomp­sons wohl popu­lärster und vom Text her harm­lo­sester Song ist „Lijepa li si“ (Ach wie schön bist du). Im dazu­ge­hö­rigen Musik­video hul­digt Marko Per­ko­vićs an dessen Grabe dem Natio­na­listen und Anführer bos­ni­scher Kroaten im jugo­sla­wi­schen Bür­ger­krieg, Mate Boban, einem erklärten Gegner des mul­ti­kul­tu­rellen Jugo­sla­wiens und Befür­wor­ters einer „Abspal­tung der Volks­gruppen nach Ethnie und Reli­gion auf klar geglie­derte Ter­ri­to­rien“. Der Text des genannten Liedes stellt eine Art Lie­bes­er­klä­rung Thomp­sons an ein­zelne kroa­ti­sche Regionen dar. Es ist auf­fal­lend, dass Thompson bei der Auf­zäh­lung kroa­ti­scher Gebiete die Haupt­stadt Zagreb aus­spart und länd­liche Gegenden wie Zagora, Sla­wo­nien, Lika und vor allem „das stolze Herz Herceg-Bosna“ in den Vor­der­grund stellt. Auch im Video­clip zum Song werden das Ländlich-Bäuerliche und Krie­ge­ri­sche als „urkroa­ti­sche Ele­mente“ dar­ge­stellt, womit – eher bewusst als unbe­wusst – eine Ver­bin­dung zur Ustaša-Ideologie her­ge­stellt wird. Das bäu­er­liche, anti­ur­bane und krie­ge­ri­sche Ele­ment zieht sich wie ein roter Faden durch die „patrio­ti­schen“ Lieder Thomp­sons [2].

Ver­herr­li­chung von Usta­scha und KZs

 

Im Jahr 2003/2004 geriet Thompson erst­mals unter Druck, als bekannt wurde, dass auf pro-faschistischen Inter­net­seiten MP3 zum Down­load ange­boten wurden, auf denen Sänger Marko Per­ković Lieder inter­pre­tiert, in denen u.a. Kon­zer­tra­ti­ons­lager gefeiert und Kom­man­deure der klerikal-faschistischen Usta­scha ver­herr­licht wurden.

Dabei han­delte es sich zum einen um „Jure i Boban“, die ino­fi­zi­elle Hymne der Schwarzen Legion, einer Eli­te­ein­heit der klerikal-faschistischen Usta­scha aus dem jahre 1942, in der ihren Füh­rern Jure Fran­cetić und Rafael Boban gehul­digt wird. Die Schwarze Legion ver­übte zahl­reiche Mas­saker, Kriegs­ver­bre­chen und Greu­el­taten an Zivi­listen, gefan­gen­ge­nom­menen Sol­daten, regime­feind­li­chen Kroaten, Serben, Juden und anderen Min­der­heiten wie Roma und Sinti.

Zum anderen um „Jase­novac i Gra­diška Stara“, ein Spott­lied, auf dem die Kon­zen­tra­ti­ons­lager Jase­novac und Gra­diška Stara ver­herr­licht werden. Nament­lich genannt bzw. gegrüßt werden dabei auch Ustascha-Diktator Ante Pavelić und Vje­koslav ‚Maks‘ Lub­urić, Ustascha-General und Kom­man­deur des KZ Jase­novac, in dem schät­zungs­weise zwi­schen 60.000 und 100.000 Men­schen ermordet wurden.

Ferner han­delt das Stück von der Rück­kehr Jure Fran­cetić‘ Schwarzer Legion und dem Spott gegen­über Ivica Račan. Račan war von 2000 bis 2003 kroa­ti­scher Pre­mier­mi­nister. Er brach mit dem auto­ri­tären natio­na­lis­ti­schen Kurs seines Vor­gän­gers Franjo Tuđman, was ihn zur Hass­figur von Natio­na­listen und radi­kalen Rechten machte. Der eben­falls benannte Stjepan „Stipe“ Mesić war wäh­rend dieser Zeit Kroa­tiens Staats­prä­si­dent.

Jase­novac i Gra­diška Stara

Jase­novac und Gra­diska — Haus der Metzger Maks’ [Vje­koslav Lub­urić]
Durch Imotski rollen Last­wagen, trans­por­tieren die schwarzen Uni­formen von Jure Fran­cetić
[…]
Wer sagte, möge Vater ihn ver­dammen, dass die Schwarze Legion nicht zurück kommen würde
[…]
Nimm Stipe [Mesić ] und bring Franjo [Tuđman] zurück
Oh [Ivica] Račan, du Huren­sohn und all jene, die dich wählen
Heller Stern über Met­kovic, grüße mir Ante Pavelic

Anfangs bestritt Marko Per­ković die Vor­würfe, bis wei­tere Berichte auf­kamen, wonach die Band jene Lob­lieder auch auf Kon­zerten live gespielt hatte. Wenn dem­nach zur Ver­tei­di­gung Thomp­sons Erklä­rungen bemüht werden, wonach sich jene Stücke auf keinem offi­zi­ellen Alben fänden und dass Marko Per­ković zudem nicht ihr Ver­fasser sei [3], vermag dies den Umstand nicht zu schmä­lern, dass Thompson die Ustascha-Hymen mehr­fach spielten, so z.B. 2001 bei einem Auf­tritt in Offen­bach und 2002 in Osijek, der viert­größten Stadt Kroa­tiens, wovon ein Audio­mit­schnitt exis­tierte [4]. Nachdem dieser Mit­schnitt auf­ge­taucht war, ver­än­derte sich die Argu­men­ta­tion Per­ko­vićs rasch ins Gegen­teil und er trat noch im Januar 2004 die Flucht nach vorne an:

In einem auf der Band-Homepage am 7. Jan­auar 2004 ver­öf­fent­lichten State­ment [5] gab Per­ković unum­wunden zu, die anti­se­mi­ti­schen und klerikal-faschistischen Ustascha-Hymen gesungen zu haben. Diese Ent­hül­lung spielte er nun aber damit her­unter, dass er die Stücke nach eigenen Angaben schon wäh­rend des jugo­sla­wi­schen Bür­ger­krieges gesungen habe, ohne dies je heim­lich getan zu haben. Wäh­rend des „Patrio­ti­schen Krieges“ und „im Ange­sicht der Feinde“ seien jene Lieder für „uns“ ein Aus­druck für den „rebel­li­schen Geist und die Ent­schlos­sen­heit“ gewesen, die ser­bi­sche Aggres­sion zu bekämpfen. Auf den anti­se­mi­ti­schen und faschis­ti­schen Gehalt geht Per­ković nicht ein, viel­mehr sei er nun­mehr das Opfer einer Kam­pagne „hys­te­ri­scher Kom­mu­nisten“, die ver­suchten, ihn als „Nazi, Faschisten oder der­glei­chen hin­zu­stellen“, dabei sei aber nur beab­sich­tigt, „so viel Schaden wie mög­lich an [ihm] und dem gesamten Vater­land anzu­richten.“

Auch der Rest der Stel­lung­nahme ließ tief bli­cken. Nach der Deu­tung Per­ko­vićs, so führte er weiter aus, habe sich nach den Par­la­ments­wahlen im Jahre 2000 in Kroa­tien eine kom­mu­nis­ti­sche Macht­er­grei­fung voll­zogen. Tat­säch­lich zeigte sich unter der Regie­rung, welche jener des ver­stor­benen natio­na­lis­ti­schen Staat­chefs Franjo Tuđman folgte, erste Anzei­chen einer tat­säch­li­chen Zusam­men­ar­beit mit dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag und einer, wenn auch nach wie vor zöger­li­chen, Aus­ein­an­der­set­zung mit den his­to­ri­schen Ver­bre­chen der klerikal-faschistischen Usta­scha, nicht zuletzt im Hin­blick auf die Auf­nahme von Bei­tritts­ver­hand­lungen mit der Euro­päi­schen Union. Nach Per­ko­vićs Deu­tung habe dies zu „bei­spiel­losen Behin­de­rungen, Belei­di­gungen, Ernied­ri­gun­genund [und] Ver­fol­gungen von Ver­tei­di­gern Kroa­tiens geführt: Gene­räle, Intel­lek­tu­elle und pro­mi­nente Per­sonen des öffent­li­chen Lebens und alles was dem kroa­ti­schen Volke heilig war. […] Ange­sichts dessen haben wir [Thompson] den blut­rüns­tigen Kom­mu­nisten aber­mals, mit diesem und der­glei­chen Lie­dern, eine Bot­schaft gesandt, dass wir uns nicht vor ihnen fürchten und dass wir wider­stehen und unsere Werte um jeden Preis ver­tei­digen werden. […] Und heute sind sie [die Kom­mu­nisten] letzt­end­lich auf ihren Knien, sie ver­su­chen mit dieser Art von Tief­schlägen, und damit, mich als Faschist oder Nazi oder der­glei­chen hin­zu­stellen, so viel Schaden wie mög­lich an mir und dem gesamten Vater­land anzu­richten. […] Liebe Freunde, schenkt ihnen keine Beach­tung, sie gehören der Ver­gan­gen­heit an und nie­mals wieder werden Kom­mu­nisten oder Teschet­niks [Serben] uns vor­schreiben, was wir in unserem Vater­land singen können und was nicht.“ Thompson singt tat­säch­lich, was er möchte:

Gegen Frei­maurer, Kom­mu­nisten, Anti­christen

Eine Kost­probe gibt Thompson in dem Lied „E moj narode“ („O, mein Volk“). Im Jahre 2002 geschrieben, fehlt es auch Jahre danach auf keinen Kon­zert, wovon zahl­reiche Videos im Internet zeugen. Darin kämpft ein von Gott „erwähltes“ kroa­ti­sches Volk gegen „teuf­liche Kräfte“, die eigene Unei­nig­keit und die „sata­ni­sche Phrasen“ von „Anti­christen und Frei­maue­rern, Kom­mu­nisten“, wäh­rend die „Gene­ra­tion der Helden“, die „sieg­reiche, starke Armee“ für die Heimat „sorgt und stirbt“, bis Gottes Sohn wieder gebohren wird und das geeinte Volk zum „Sieg“ führt. Dass mit solch natio­na­lis­ti­scher, reli­giöser und anti­kom­mu­nis­ti­scher Rhe­torik auch ein dem­ent­spre­chendes Publikum ange­zogen wird, ver­wun­dert kaum noch:

Emoj narode O mein Volk
Seit der Zeit Christus‘ noch
Neue Gesichter, gleiche Szene.
Teuf­li­sche Kräfte bemühen sich,
dass wir ver­schwinden.
Anti­christen und Frei­maurer,
Kom­mu­nisten die und die
ver­breiten Satans Phrasen
Damit sie uns besiegen,
O mein Volk, mein Volk.
Und wir sind taub, still, blind
jeder in seiner eigenen Angst.
Ein Volk von Gott gewählt,
unter­drückt, Unei­nig­keit.
Aus unserer sieg­rei­chen Geschichte,
und auch der nicht gerade längst gesche­henen.
Alles was uns wert ist,
haben wir zusammen errungen.
O mein Volk, o mein Volk.
Nehmen wir Schicksal und Glück in die Hand,
auch ich kann und will so nicht mehr.
Nehmen wir Schicksal und Glück in die Hand,
o mein Volk, o mein Volk.
Die Gene­ra­tion der Helden
und die sieg­reiche starke Armee
sorgt und stirbt noch
wegen der Heimat.
Aus diesen himm­li­schen Höhen,
gib uns Gott wieder deinen Sohn,
damit er uns aus dem Elend
bis hin zum Sieg führt…o, mein Volk.
Nehmen wir Schicksal und Glück in die Hand,
auch ich kann und will so nicht mehr.
Nehmen wir Schicksal und Glück in die Hand,
o mein Volk, o mein Volk.

„Usta­scha!“ — die Jugend ver­eint

 

Als Thompson am 27. Mai 2005 im Aus­tra­li­schen Mel­bourne seinen Hit „Bojna Čavoglave“ zum Besten gab, erwi­derte das Publikum die ein­schlä­gigen Zeilen „Za dom — spremni!“ mit einer nicht endenden Serie von zum Ustascha-Gruß in die Höhe gestreckten Armen, ohne dass es zum Abbruch des Kon­zertes kam. Im August des selben Jahres erklärt Marko Per­ković gegen­über der kroa­ti­schen Wochen­zei­tung „Globus“, wes­halb er nichts gegen die Ustascha-Symbole auf seinen Kon­zerten unter­nehme: „Ich mache mir nichts aus Ustascha-Symbolen. Warum sollte ich?“ Der ame­ri­ca­ni­sche Musiker Is’real Benton benutze faschis­ti­sche, jüdi­sche, christ­liche, alle mög­li­chen Sym­bole auf seinen Kon­zerten. Was werde über ihn gesagt? Im Januar des Jahres 2004 zitierte ihn das Zagreber Magazin „Jut­arnji list“ mit der For­de­rung: „Das Zeigen von Ustascha-Symbolen in der Öffent­lich­keit sollte nicht ver­boten sein“ und im Juni 2002 erklärte er gegen­über der Tages­zei­tung „Večernji list“, welche Bedeu­tung er dem heu­tigen Bezug auf die Usta­scha durch seine, in diesem Fall jugend­li­chen, Konzertbesucher_innen bei­misst: „Über­haupt, warum sollten die Menge nicht „Usta­scha!, Usta­scha!“ rufen auf meinen Kon­zerten? Das sollte ein Bei­spiel für die poli­ti­sche Klasse sein, wie die Jugend geeint werden kann.“ [6]

2007, 50.000 Fans in Zagreb

Am 17. Juni 2007 gab Thompson unter dem Motto »Es war einmal in Kroa­tien« ein Kon­zert vor 50.000 Fans im Zagreber Maksimir-Stadion. Bevor die Band die Bühne betrat, skan­dierte ein Teil der war­tenden Menge so lange „Za dom — spremni!“, bis schließ­lich Hun­derte darauf ein­stimmten und den rechten Arm zum Ustascha-Gruß hoben. Auch wäh­rend des Kon­zerts setzten sich die Szenen mas­sen­hafter Ustascha-Grüße fort. Als das kroa­ti­sche Staats­fern­sehen wenige Tage später einen Teil des Kon­zerts aus­strahlte, rief dies inter­na­tio­nale Pro­teste hervor [7]:»Das ver­brei­tete Zeigen von Usta­scha und ultra­na­tio­na­lis­ti­schen Sym­bolen bei »Thompson«-Konzerten ist kein Fehler oder eine Zufäl­lig­keit. Ein Musiker, der nost­al­gisch über den Usta­scha Führer Ante Pavelic singt und sich positiv über Kroa­tiens schlimmstes Kon­zen­tra­ti­ons­lager im Zweiten Welt­krieg in Jase­novac und Stara Gra­diska äußert, for­dert seine Fans offen zur Inden­ti­fi­ka­tion mit dem geno­zi­dalen Usta­scha Regime auf«, so das Simon Wie­sen­thal Center, eine inter­na­tio­nale Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tion, die sich gegen Anti­se­mi­tismus ein­setzt, in einem Brief an den kroa­ti­schen Staats­prä­si­denten Stjepan Mesić.

Im selben Jahr berich­tete der Spiegel über ein Thompson-Konzert, wel­ches im Mai in Wien statt­ge­funden habe. Neben Parolen wie „In den Kampf für dein Volk!“ und bild­lich doku­men­tierten Ustascha-Grüßen aus dem Publikum, berich­tete der Spiegel außerdem, dass Sou­ve­niers zum Ver­kauf ange­boten worden seien, die vom Kon­terfei des kroa­ti­schen Dik­ta­tors Ante Pavelić geziert wurden [8]. Pavelić war Anführer eben jenes klerikal-faschistischen Ustascha-Regimes, das im Zweiten Welt­krieg mit dem natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Deutsch­land kol­la­bo­rierte und Hun­dert­tau­sende ermor­dete.

2008, wieder Ustascha-Grüße in Zagreb

Wei­teres Mate­rial liegt aus dem Jahre 2008 vor. Bei einem Thompson-Konzert, wel­ches am 30. Mai in Zagreb statt­fand, wurde neben den scheinbar onliga­to­ri­schen Ustascha-Symbolen auch eine Fahne der para­mi­li­tä­ri­schen HOS-Milizen im Publikum gezeigt (ab 2:10). Die HOS war der para­mi­li­tä­ri­sche Flügel der faschis­ti­schen Hrvatska stranka prava (HSP) und sah ihre Wur­zeln unter anderem in den Tra­di­tionen der faschis­ti­schen Usta­scha, womit sie wäh­rend des jugo­sla­wi­schen Bür­ger­krieges ein Sam­mel­su­rium an frei­wil­ligen Kämp­fern wurde, unter denen sich viele aus­län­di­sche Söldner und Rechts­ra­di­kale befanden.

 

Auch aus dem, Jahre 2009 liegen Mel­dungen vor, wonach bei einem Thompson-Konzert in Zagreb drei Besucher_innen wegen des Zei­gens von Ustascha-Symbolen fest­ge­nommen wurden. Nach Pro­testen diverser Orga­ni­sa­tionen stand dieses Kon­zert unter beson­derer Beob­ach­tung. [9]

 

Marko Per­ković und die faschistische HSP

 

Deut­sche Medien the­ma­ti­sierten im Jahre 2009 mehr bei­läufig Per­ko­vićs Nähe zur faschis­ti­schen HSP. Anlass für die Berichte waren zu Tage getre­tene Ver­bin­dungen, welche die CSU und ihre par­tei­nahe Hanns-Seidel-Stiftung zu Faschisten der „Hrvatska stranka prava“ (HSP) unter­halten hatte.

Dabei kam ans Licht, dass Per­ković kürz­lich auf einem Par­teitag der HSP auf­ge­treten war, wobei deren Par­tei­vor­sit­zender Anto Djapic gemeinsam mit ihm auf der Bühne stand [10]. Im Januar 2011 ging durch die Presse, dass die kroa­ti­sche Anti-Korruptionsstaatsanwaltschaft USKOK im Zuge ihrer Ermitt­lungen gegen Ex-Premierminister Ivo Sander Beweis­mittel erlangt habe, wonach dieser Marko Per­ković im Sommer 2007 eine Summe von etwa 515.000 € habe zahlen lassen, um Per­ković bei den kom­menden Par­la­ments­wahlen von einer Kan­di­datur für die kon­kur­rie­rende HSP abzu­halten. Dar­über hinaus berich­tete die Zei­tung „Jut­arnji list“, dass Per­ković zu jenem Zeit­punkt bereits Mit­glied der faschis­ti­schen Partei gewesen sei [11].

Bei­fall von Jörg Haider und der Neuen Rechten

 

Der von Thompson bzw. Marko Per­ković ver­tre­tene Natio­na­lismus und der offen­sicht­lich schmerz­freie Umgang mit der kroa­ti­schen Spielart des Ustascha-Faschismus, wecken auch das Inter­esse Rechts­ra­di­kaler aus dem deutsch­spra­chigen Raum:

 

Thompson sei ein „wasch­echter junger Kroate“, titelte die neu­rechte Wochenzeitung „Junge Frei­heit“ im jahre 2002, als Thompson sich zuneh­mend im kroa­ti­schen Main­stream behaup­tete. Das Blatt kon­sta­tierte: sein „Sound“ stelle nur die „Ver­pa­ckung einer tie­feren Bot­schaft dar“, die von seinen jungen Fans auf­ge­saugt würde, wie „die ersten Regen­tropfen“ von einem „aus­ge­tro­ck­enten Schwamm“. Per­ković singe von „Einig­keit, Liebe zu Gott, Familie und Vater­land“, von einem „geschun­denen, ver­kauften und getäuschten Kroa­tien, von einem Volk, dessen National– und Frei­heits­helden von fins­teren Mächten zu Ver­bre­chern gestem­pelt werden — einzig, um den Stolz eines Volkes zu bre­chen, das jahr­hun­der­te­lang auf den Tag der Frei­heit gewartet habe.“ Ganz ver­zückt schrieb die Junge Frei­heit weiter: „Gewiß nicht alle, aber doch eine grö­ßere Zahl jugend­li­cher Besu­cher haben sich Embleme des im Zweiten Welt­krieg unter­ge­gan­genen Ustascha-Regimes ange­heftet. Ein junges Mäd­chen, auf den Schul­tern ihres Freundes sit­zend, hebt ver­zückt die rechte Hand zu einem Gruß, der in deut­schen Landen sofort gerichts­an­hängig wäre.“ [12]

 

Auch das neu­rechte Monats­ma­gazin „eigen­tüm­lich frei“ erkannte in Per­ković 2008 den „Inbe­griff des patrio­ti­schen kroa­ti­schen Barden“ und kon­sta­tierte im Hin­blick auf die Aner­ken­nung, die Thomp­sons natio­na­lis­ti­sche Agenda in Teilen der kroa­ti­schen Gesell­schaft erfährt: „Viel­leicht ist die Zäh­mung des „Bal­kan­ti­gers“ Kroa­tiens ja noch auf­zu­halten.“ [13]

Nachdem ein Thompson-Konzert im glei­chen Jahr im öster­rei­chi­schen St. Ända abge­sagt worden war, sorgte der öster­rei­chi­sche Rechts­po­pu­list Jörg Haider für Auf­sehen, als er Per­ković als Ehren­gast zum EM-Spiel der kroa­ti­schen Mann­schaft einlud. Haider hatte Thompson bis 2007 mit seiner im selben Jahr an die an die Baye­ri­sche Lan­des­bank abge­tre­tenen „Hypo-Alpe-Adria Bank“ gespon­sert. Der öster­rei­chi­sche rechts­außen Poli­tiker Jörg Haider war Zeit seines Lebens vor allem dadurch auf­ge­fallen, dass er rechts­ra­di­kale, wie anti­se­mi­ti­sche und ras­sis­ti­sche Inhalte durch ein ver­meint­lich bie­deres Auf­treten und eine vor­geb­liche Abgren­zung zum Natio­nal­so­zia­lismus im gesell­schaft­li­chen Dis­kurs Öster­reichs voran getrieben hatte.

Rück­halt für Thompson

Konnte Thompson seine Popu­la­rität Anfang der 2000er Jahre vor allem in der Nach-Bürgerkriegsgeneration junger Kroat_innen aus­bauen, in den Jahren 2002 bis 2005 eine Welt­tournee absol­vieren und schließ­lich ganze Fuß­ball­sta­dien füllen, so ver­schaffte Marko Per­ković das Auf­sehen um die von ihm offen ver­herr­lichten Ustascha-Lieder „Jure i Boban” und „Jase­novac i Gra­diška Stara“ erst­mals einen Dämpfer. Seither sind es vor allem ser­bi­sche, mus­li­mi­sche und anti­fa­schis­ti­sche Orga­ni­sa­tionen, die in Kroa­tien gegen Thompson oppo­nieren und ver­su­chen öffent­li­chen Druck zu erzeugen. Dass das Erbe der Usta­scha und ein noch immer gras­sie­render aggres­siver Natio­na­lismus in weiten Teilen der kroa­ti­schen Gesell­schaft bis­lang kaum auf­ge­ar­beitet wurden, kommt Per­ković dabei jedoch zu Gute. Immer wieder kann er auf die Unter­stü­zung nam­hafter Per­sön­lich­keiten aus Politik, Sport, und wei­tere Per­sonen des öffent­li­chen Lebens, sowie auf ver­brei­tete Sym­pa­thien für Ante Pave­lićs Ustascha-Regime ver­trauen.

Anläss­lich eines 2011 von der Schweiz gegen Marko Per­ković ver­hängten Ein­rei­se­ver­bots, stellte sich bei­spiels­weise Kroa­tiens dama­liger Außen­mi­nister Gordan Jan­dro­ković vor den „kroa­ti­schen Staats­bürger Per­ković“. Auch der von 2003 bis 2009 amtie­rende Minister für Wis­sen­schaft, Bil­dung und Sport, Dragan Pri­morac, gehört(e) zu den regel­mä­ßigen Gästen auf Per­ko­vićs Kon­zerten. Ebenso outete sich der von 2008 bis 2011 amtie­rende Minister für Gesund­heit und Soziales, Darko Mili­nović, sei­ner­zeit als Fan der Band. Im Jahre 2008 kam es am Rande der EM zu einer Kon­tro­verse um den Chef­trainer der kroa­ti­schen Fuß­ball­na­tio­nal­mann­schaft, Slaven Bilić, nachdem dieser öffent­lich kundtat, seinen Spie­lern zur „Auf­mun­te­rung“ Lieder Per­ko­vićs vor­zu­spielen. Zu den kirch­li­chen Für­spre­chern gehört bei­spiels­weise Mile Bogović, Bischof der römisch-katholischen Kirche aus dem west­li­chen Kroa­tien, der – wie „Slo­bodna Dal­macija“ am 20. Juni 2008 mel­dete – mit einer Gruppe „renom­mierter kroa­ti­scher Intel­lek­tu­eller, Bischöfe und Uni­ver­si­täts­pro­fes­soren“ eine Unter­stüt­zungs­er­klä­rung für Thompson unter­zeich­nete, in der es unter anderem heißt: „Ihre Auf­tritte wecken edle Gefühle der Soli­da­rität und des Opti­mismus, der viele Leute aus der Gleich­gül­tig­keit und Resi­gna­tion her­aus­reißt.“ [14]

Kon­zertab­sagen und Pro­teste

 

Den­noch gab es etwa ab Mitte der 2000er Jahre diverse, zum Teil erfolg­reiche Pro­teste und Inter­ven­tionen gegen öffent­liche Auf­tritte von Thompson. So kam es bereits zu Kon­zertab­sagen in Öster­reich [15] und den Nie­der­landen [16]. Auch in Bochum und Ham­burg wurden Kon­zerte ver­hin­dert [17]. In Kanada und in den Ver­ei­nigten Staaten setzten sich kroa­ti­sche Kul­tur­ein­rich­tungen, die Thomp­sons Tournee „Es war einmal in Kroa­tien“ im November 2007 beher­bergten, dem Vor­wurf der Begüns­ti­gung neo­fa­schis­ti­scher Pro­pa­ganda aus. [18]

 

Bereits im Mai 2007 wurde in Sara­jevo ein Thompson-Konzert zugunsten kroa­ti­scher Student_innen abge­sagt, nachdem die organisiertende „Kroatische Katho­li­sche Wohl­fahrt“ (HKKD) anonyme Dro­hungen erhalten hatte. Zuvor hatten sich in der vom Bür­ger­krieg schwer getrof­fenen Stradt bosnien-herzegowinische Politiker_innen, Mus­lime, die jüdi­sche Gemeinde und katho­li­sche Aktivist_innen gegen die „xeno­phoben Bot­schaften“ Marko Per­ko­vićs aus­ge­spro­chen [19][20].

2008 wurden zwei in der Schweiz jeweils für Mai und Juni geplante Kon­zerte in Wal­li­sellen und Die­t­ikon von den Behörden „aus Sicher­heits­gründen“ abge­sagt. Ende Sep­tember 2009, unmit­telbar vor einem wei­teren Auf­tritts­ver­such im Oktober, wurde Marko Per­ković vom Schweizer Bun­desamt für Polizei mit einem Ein­rei­se­verbot belegt [21].

Ein für den 21. Mai 2008 von der katholisch-kroatischen Gemeinde in Stutt­gart geplantes Thompson-Konzert wurde auf Inter­ven­tion des katho­li­schen Stadt­de­kans wieder abge­sagt, es fand sich jedoch ein pri­vater Ver­an­stalter und das Kon­zert konnte unter Auf­lagen statt­finden. Dabei wurde der Band unter­sagt, bestimmte Stücke zu spielen und sämt­liche Besucher_innen mussten sich nach Fahnen und „Kenn­zei­chen ver­fas­sungs­wid­riger Orga­ni­sa­tionen“ durch­su­chen lassen [22]. Eine hilf­lose Maß­nahme ange­sichts dessen, dass die von Thomp­sons Cli­entel bevor­zugten Sym­bole der klerikal-faschistischen Usta­scha in Deutsch­land nicht ver­boten sind — faschis­tisch bleiben sie allemal.

2014, Berlin: ein „tolles Fami­li­en­kon­zert“

 

Des­halb bleibt es uner­träg­lich, wenn den Ustascha-Rockern um Marko Per­ković nun noch ein wei­teres Mal in Berlin eine Bühne geboten wird, wo sich zutiefst natio­na­lis­ti­sche und Faschismus-verherrlichende Posi­tionen unge­stört aus­toben können. Wenn die Ber­liner Colum­bia­halle am 26. April ein wei­teres Mal zum Tum­mel­platz von Nationalist_innen und Faschist_innen wird, kann das Manage­ment nicht mehr behaupten, hiervon nichts gewusst zu haben.

Anti­fa­schis­ti­sche Gruppen aus Berlin rufen bereits zu Gegen­pro­testen auf.

Fußnoten:

[1] Andere Stellen, wie das Simon-Wiesenthal-Zentrum oder das United States Holo­caust Museum, gehen von ins­ge­samt 400.000 bzw. 600.000 Ermor­deten aus.
[2] Das poli­ti­sche Lied in Ost– und Süd­ost­eu­ropa, Hrsg. von Stefan Michael Newerkla, Fedor B. Pol­jakov und Oliver Jens Schmitt. Wien, Berlin, Münster 2011
[3] Croa­tian singer’s alleged Nazi sym­pa­thies strike a sour note, The Jeru­salem Post, 27. Oktober 2007
[4] „Jase­novac“ i „Evo zore“ pje­vali su Thompson i njegov pra­teci vokal Tiho Orlic na Thomp­so­novom kon­certu u Osi­jeku 2002“ („Jase­novac‘ und „Hier kommt die Mor­gen­däm­me­rung“ wurden von Thompson und dem beglei­tendem Sänger Tiho Orlic auf einem Con­cert in Osijek 2002 gesungen“), index.hr, 3. Januar 2004
[5] „Dragi prija­telji!“, Backup-Kopie von www.thompson.hr, Januar 2004
[6] Zusam­men­stel­lung der kroa­ti­schen Wochen­zei­tung „Feral Tri­bune“, 2007, liegt der Redak­tion vor: Meni osobno ne sme­taju ustaški sim­boli. Zašto bi mi to sme­talo? / Marko Per­kovic Thompson u Glo­busu, kolovoz 2005 / Ne treba zakonom zab­ra­niti isti­canje ustaških sim­bola u jav­nosti! / Marko Per­kovic Thompson u Jut­arnjem listu, sije­canj 2004 / Uostalom, zašto mi publika na kon­certu ne bi vikala „Ustaše, ustaše!“? Taj bi kon­cert mogao biti primjer svim poli­ti­ckim struk­turama kako mladi mogu biti jed­inst­veni. / Marko Per­kovic Thompson u Vecernjem listu, lipanj 2002
[7] Der Hass-Sänger, Frank­furter All­ge­meine Zei­tung, 27. November 2007, S.2
[8] Helden der Heimat, Der Spiegel, 14. Mai 2007
[9] Arrests at con­tro­ver­sial singer’s con­cert, B92-News, 1. Juni 2009
[10] Gelun­genes Treffen, Der Spiegel, 24. August 2009
[11] Sanader soll auch Rechts­ex­tre­mist „Thompson“ bezahlt haben, derStandard.at, 21. Januar 2011
[12] Kroa­ti­scher Pro­vo­ka­teur, Junge Frei­heit, 1. November 2002
[13] Die ver­suchte Zäh­mung des „Bal­kan­ti­gers, eigen­tüm­lich frei, 3. Juli 2008
[14] Mit Rosen­kranz und MP, Die Presse, 5. Februar 2010
[15] Disput um „Neo-Ustascha“-Sänger, DiePresse.com, 6. Oktober 2009
[16] Der Hass-Sänger, Frank­furter All­ge­meine Zei­tung, 21. November 2007, S.2
[17] Per­kovic schafft es in die Schley­er­halle, Stuttgarter-Zeitung.de, 3. Juni 2009
[18] Der Hass-Sänger, Frank­furter All­ge­meine Zei­tung, 21. November 2007, S.2
[19] Threats cancel Croat singer’s Sara­jevo con­cert, reu­ters, 9. Mai 2007
[20] Der Hass-Sänger, Frank­furter All­ge­meine Zei­tung, 21. November 2007, S.2
[21] Ein­rei­se­verbot für Marko Per­kovic — alias «Thompson», presseportal.ch, 29. Sep­tember 2009
[22] Per­kovic schafft es in die Schley­er­halle, Stuttgarter-Zeitung.de, 3. Juni 2009

 

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