RadioSolidarnOST » Emisija #06

Radio SolidarnOST » Emisija #06

In der sechsten Sendung von RadioSolidarnOST am 24. September ’14 auf PiRadio sprachen wir über die neoliberale Umgestaltung Serbiens durch die neuen Arbeitsgesetze, die Aneignung des Begriffs Antifaschismus durch die herrschenden Eliten in Kroatien und die nationalistische und homofeindliche Stimmung und Übergriffe auf Serbiens Straßen.

Außerdem gab es Neues über das geplante und nun wohl doch nicht stattfindende Konzert des kroatischen Faschorockers Marko »Thompson« Perković in Berlin, die flüchtlingsfeindliche Politik der Grünen, die es möglich machten, dass Bosnien-Herzegowina, Serbien und Mazedonien als sichere Länder eingestuft wurden. Wir haben zudem für euch Eindrücke vom Antifa-Festival in Mostar, das Anfang September stattfand.

Die nächste Sendung von RadioSolidarnOST könnt ihr am 19. November ’14 um 20.30 Uhr bei PiRadio auf 88,4 MHz in Berlin, in Potsdam oder online hören.

Viel Spaß beim Nachhören!

LGBT-Aktivist lebensgefährlich verletzt

LGBT-Aktivist lebensgefährlich verletzt

Am vergangenen Wochenende kam es in Belgrad zu einem Angriff auf einen LGBT-Aktivist aus Deutschland. Er wurde brutal angegriffen und schwer verletzt.Wir dokumentieren aus diesem Anlass einen Beitrag der Seite queere.de, die über den Vorfall berichtete.

Das Opfer wurde von dem Angreifer in der Belgrader Innenstadt lebensgefährlich am Kopf verletzt und befindet sich in medizinischer Behandlung. Das Opfer ist nach einer Not-OP wieder bei Bewusstsein. „Der junge Mann aus Deutschland, der letzte Nacht in Belgrad zusammengeschlagen wurde, nimmt seine Umgebung war, kann seine Hände und Füße bewegen und ist in der Lage, zu sprechen“, sagte der Krankenhaus-Direktor, Miljko Ristić, gegenüber der Nachrichtenagentur Tanjug.

Serbischen Medienberichte zufolge konnte die Polizei am Sonntag den Täter festnehmen. Nähere Angaben wurden bislang nicht gemacht. Eine Überwachungskamera hatte die Tat festgehalten. Der LGBT-Aktivist war Teilnehmer der in Belgrad stattfindenden Konferenz „The Future belongs to us: LGBT Rights on the Road to the European Union“. Die Tat scheint einen fremdenfeindlichen und homophoben Hintergrund zu haben. Eine Sprecherin der Belgrader Organisation Labris sagte, der Deutsche sei am frühen Morgen von einem 22-Jährigen aus einer Gruppe junger Männer angegriffen worden. Dieser hätte das Opfer mit einem gläsernen Aschenbecher auf den Kopf geschlagen und geschrien: „Wir wollen keine Fremden in Belgrad!“ Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Am Freitag hatte die serbische Basketballmannschaft bei der Weltmeisterschaft im Halbfinale gewonnen. Viele Anhänger feierten in der Innenstadt. Die Stimmung war, wie von Beobachtern beschrieben wird, nationalistisch aufgeladen.

Demonstration zum Belgrader Rathaus

Die viertägige Konferenz wurde am Samstag morgen unterbrochen. Es fand eine Pressekonferenz statt, an der auch ein Mitglied der serbischen Regierung teilnahm. Der serbische Innenminister Nebojša Stefanović hat den deutschen Botschafter zurvor angerufen und seine Erschütterung zum Ausdruck gebracht. Er sicherte zu, alle Anstrengungen zu unternehmen, die Täter zu ermitteln. „Wir werden nicht erlauben, dass solche Dinge unbestraft bleiben“, sagte er.

Im Anschluss fand eine Demonstration statt. Mehrere hundert Konferenz-Teilnehmer und Aktivisten marschierten vom Konferenzort zum Belgrader Rathaus. Daran nahmen neben dem deutschen Botschafter auch der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechte Christoph Strässer (SPD) und ein Mitglied der serbischen Regierung teil.

Die Konferenzteilnehmenden verabschiedenten am Samstag eine gemeinsame Resolution gegen Gewalt und hate crime. [dt.] Zu den Organisatoren der Konferenz gehörte Labris,  Hirschfeld-Eddy-Stiftung , Civil Rights Defenders und das Anwältekomitee für Menschenrechte (YUCOM).

Serbischen Medienberichte zufolge konnte die Polizei am Sonntag den Täter festnehmen. Nähere Angaben wurden bislang nicht gemacht. Eine Überwachungskamera hatte die Tat festgehalten.

Homophobes Klima in Serbien

Bereits mehrfach kam es in Serbien zu Übergriffen von Rechten auf Lesben und Schwule. In zwei Wochen soll in der Hauptstadt Belgrad ein CSD stattfinden. Bei der letzten Pride-Demo 2010, wurden mehr als 150 Menschen verletzt, nachdem nationalistische Kräfte Krawalle provoziert hatten. Seitdem wurden solche Märsche „aus Sicherheitsgründen“ immer wieder verboten. Das Europaparlament hat Serbien deswegen mehrfach kritisiert.

 

RadioSolidarnOST » Emisija #06

Radio SolidarnOST » Emisija #06 am 24. September

Die nächste Sendung von RadioSolidarnOST könnt ihr am 24. September ’14 um 20.30 Uhr bei PiRadio auf 88,4 MHz in Berlin oder online hören.

Themen werden diesmal der Angriff auf einen Teilnehmer einer LGBT-Konferenz in Belgrad und die neoliberale Umgestaltung der serbischen Gesellschaft sein. Außerdem gibt wieder aktuelles aus Ex-Jugoslawien.

Musik: DJ Buba Mara

24. September ’14 | 20:30 – 21:30 Uhr | Piradio
Berlin: 88,4 MHz | Potsdam: 90,7 MHz | online

Die vorherige Sendung (Emisija #05) von RadioSolidarnOST findet ihr hier.