Soli-Party von »Alle bleiben!« am 29.10.

Soli-Party von »Alle bleiben!«

122-716x1024Die Kampagne »Alle bleiben!« lädt am Samstag, 29. Oktober, zur Soli-Party ins Zielona Gora. Neben Infos zu aktuellen Protesten von Roma wird auch der Film »The Awakening« zur Lebensrealität abgeschobener Roma gezeigt.

Danach gibt es ein Konzert von Rolling Hopp (Roma-Hip-Hop) und anschließend laden Djans zum Tanzen ein.

Soli-Party für »Alle bleiben!«
Sa., 29.10. | 20 Uhr | Zielona Gora | Grünbergerstr. 73 | Berlin-Friedrichshain
Filmführung »The Awakening«
Konzert Rolling Hopp

 

Alle bleiben: Rom*nja zwischen Asylrechtsverschärfung und Widerstand

Alle bleiben: Rom*nja zwischen Asylrechtsverschärfung und Widerstand

14543717_630414537120755_1327947680501687776_oAls im letzten Jahr Hunderttausende von Geflüchteten die Grenze zur EU übertraten und die Situation an den Außenposten der Union unhaltbare Ausmaße angenommen hat, wurde von der deutschen Bundesregierung eine neue Art der Willkommenskultur ausgerufen. Noch während Angela Merkel Geflüchtete umarmte und Selfies mit ihnen knipste, arbeitete das Bundesinnenministerium auf Hochtouren an weiteren Gesetzesverschärfungen, die den Aufenthalt und Zuzug von Migrant*innen nachhaltig erschweren sollten. Neue, schärfere Abschieberegelungen wurden auf den Weg gebracht und von der Großen Koalition verabschiedet.

Nicht erst seit letztem Jahr befassen sich deutsche Politiker*innen mit der Ausgrenzung und Abschottung vor unliebsamen Zuwander*innen. Bereits im Jahr 2014 wurde ein Gesetz verabschiedet und vom Bundesrat mit den Stimmen der Grünen abgesegnet, in dem die sogenannten Westbalkanstaaten Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina zu sicheren Herkunftsländern erklärt wurden. Diese Gesetzesverschärfung richtete sich damals vornehmlich gegen Rom*nja, die aus diesen Staaten nach Deutschland kamen, um vor Elend, Ausgrenzung und systematischer Diskriminierung zu fliehen. Obgleich diese Tatsachen allgemein bekannt sind, zog es die deutsche Politik vor, die ankommenden Rom*nja als Wirtschaftsflüchtlinge zu verunglimpfen und so einen Trennungsstrich zwischen guten und schlechten Geflüchteten zu ziehen, zwischen all jenen, die nach Ansicht der Bundesregierung ein Anrecht darauf hätten, zu bleiben und all den anderen, die man offensichtlich schnellstmöglich wieder loswerden will.

In der Zwischenzeit ist viel passiert, doch die Diskriminierung nimmt kein Ende. In Bayern wurden spezielle Aufnahmezentren für Rom*nja errichtet, um Abschiebungen schneller und effektiver durchführen zu können, verbunden mit Gesetzesverschärfungen, die mehrjährige Einreiseverbote beinhalten. 2015 wurden auch die restlichen Balkanstaaten Albanien, Kosovo und Montenegro zu sicheren Herkunftsländern erklärt, was das individuelle Grundrecht auf Asyl fast vollständig aushebelt. Tausende von Rom*nja wurden seitdem wieder auf deutschem Boden in Lagern inhaftiert und Tausende wurden abgeschoben, selbst wenn sie schon seit Jahren in Deutschland lebten und in den dortigen Ländern keine Lebensgrundlage vorfinden.

Gegen all diese Maßnahmen formierte sich innerhalb der Rom*nja-Communities selbstorganisierter Widerstand.

Wir sprechen an diesem Abend mit Kenan Emini über die aktuellen Proteste in Bamberg, Regensburg und Berlin sowie mit Isidora Randjelović über Alltagsrassismus und den Zusammenhang zwischen einer fehlenden Erinnerungskultur und der gegenwärtigen strukturellen Diskriminierung von Rom*nja.

Veranstaltung
Alle bleiben: Rom*nja zwischen Asylrechtsverschärfung und Widerstand
Do., 13. Oktober | 19.30 Uhr | Regenbogenfabrik
Lausitzer Straße 22 | Berlin | U-Bf. Görlitzer Bahnhof

Die Veranstaltung wird präsentiert vom »Bündnis für bedingungsloses Bleiberecht« in Zusammenarbeit mit »Alle bleiben!« und SolidarnOST und ist Teil der Kritischen Orientierungswoche der FU Berlin.

Der Eintritt ist wie immer kostenlos, eine Spende ist jedoch für unsere weitere Arbeit gern gesehen.

Konzert mit Atheist Rap in Potsdam

Konzert mit ATHEIST RAP in Potsdam

plakat-atheist-rapWer sich mit Punkrock in Ex-Jugoslawien beschäftigt, kommt an ATHEIST RAP aus Novi Sad nicht vorbei. Eine der derzeit erfolgreichsten Punkrockbands Serbiens gründete sich offiziell im Jahr 1989, besteht seitdem ununterbrochen und ist aus der populären Musikszene auf dem Balkan nicht mehr wegzudenken. Dabei sieht die Band ihre ideellen Wurzeln im Punk-/Hardcore-Spirit der 1980er-Jahre. Erfolg und Popularität waren niemals ihr Hauptanliegen und stellten sich nebenbei, mehr oder weniger von selbst, ein.

Musikalisch dominiert auf ihren sechs bisherigen Studioalben (die erste EP wurde 1990 zwar aufgenommen, konnte aber aufgrund des Bürgerkriegs nicht veröffentlicht werden) melodiöser Punkrock mit mehrstimmigem Gesang, wobei auch Ska-, Reggae-Einflüsse und Anleihen anderer Musikstile auszumachen sind. Aufgrund der meist serbischen Texte, die stark von ihrem originellen, bandtypischen Humor geprägt sind (Beispielsweise die beiden Chart-Topplatzierungen aus den frühen 1990er-Jahren „Wartburg limuzina“und „Blue Trabant“), wird die Musik von ATHEIST RAP oft auch als „Happy Punk“ bezeichnet. Dies sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich im Falle von ATHEIST RAP um eine, auch textlich, politische und sozialkritische Band handelt. Ihre Songs und Aktionen gegen den Jugoslawischen Bürgerkrieg, die Show in der völlig zerstörten Bahnhofshalle in Sarajevo, sowie das Engagement gegen die Wahl Slobodan Milosevics im Jahr 2000, sind nur einige Beispiele.

Bei ihren mehr als 700 Konzerten spielten ATHEIST RAP auf allen großen Festivals in Ex-Jugoslawien, sie teilten die Bühne mit aktuellen Punkrock-Größen (No FX, Bad Religion, Green Day, Die Toten Hosen…), aber auch mit den Helden ihrer Kindheit (Buzzcocks, Toy Dolls, The Exploited…). Die Band bringt bei ihren Shows ihr Publikum sowohl auf den großen Bühnen in Hallen und großen Musikclubs, als auch im selbstverwalteten Zentrum, zur Ekstase.

Seit 2011 tourt die Band auch in Westeuropa (u. a. Rebellion-Festival in Blackpool) und nun steht ihre zweite Deutschland-Tour auf dem Programm. Hierbei setzte sich das Publikum in der Vergangenheit je zur Hälfte aus der Ex-Ju-Community und der wachsenden Fangemeinde der jeweiligen Länder zusammen.

Konzert mit Atheist Rap
Di., 11. Oktober | La Datscha | Potsdam
18 Uhr Infoveranstaltung | 20 Uhr VoKü | 21 Uhr Konzert