Buchvorstellung: YUROPA

Buchvorstellung: YUROPA

Gemeinsam mit junge Panke und dem Verbrecher Verlag laden wir zum 9. Juni um 20:30 Uhr zu einer Verbrecherversammlung in die Fahimi Bar ein. Vorgestellt wird das Buch YUROPA von Tanja Petrović. Sie untersucht in dem Buch, woher das große Interesse an dem untergegangen Staat Jugoslawien rührt.

Buchvorstellung: YUROPA | Di. 9. Juni | 20:30 Uhr
Fahimi Bar | Skalitzer Straße 133 | Berlin-Kreuzberg

Der Vortrag ist auf Englisch. Flüsterübersetzung bei Bedarf. Fragen und Diskussion wie es passt: auf Serbokroatisch, Deutsch und Dnglisch.

Kosten: 4 Euro
(Achtung: Es handelt sich um eine Verbrecherversammlung)

Junge Panke auf der Verbrecherversammlung

Das ehemalige Jugoslawien gehört bei vielen Bürgerinnen und Bürgern seiner Nachfolgestaaten nicht mehr zu ihrer eigenen biografischen Erfahrung. Dennoch füllen die Abhandlungen darüber eine ganze Bibliothek. Woher rührt das große Interesse an diesem untergegangenen Staat? Dieser Frage geht Tanja Petrović in ihrem Buch „Yuropa“ nach.
Im ersten Teil behandelt sie die Vorstellungen vom ehemaligen Jugoslawien, die in den Äußerungen von EU-Politikern aufscheinen und auch in den postjugoslawischen Staaten selbst artikuliert werden. So wird etwa der Terminus „Westbalkan“ am ehesten negativ definiert: Er bezieht sich auf die Staaten, die (noch) nicht zur EU gehören, wird aber vor allem dazu benutzt, um nicht zu benennen, was diese Staaten einmal waren – nämlich Teile Jugoslawiens. Auch innerhalb des postjugoslawischen Raums gibt es ein Arroganzgefälle von Nordwest nach Südost: Genau so gönnerhaft wie sich etwa Österreich gegenüber Slowenien verhält, verhält sich Slowenien gegenüber Kroatien und Kroatien gegenüber Serbien. Der eine Staat gehört einfach „mehr zu Europa“ als der andere. Diese internen Orientalismen spiegeln die Auffassung wider, der Balkan sei eine ewige Peripherie, die es zu zivilisieren gelte.
Im zweiten Teil werden die Verleugnungsmechanismen, die sich die postjugoslawischen Staaten angeeignet haben, aufgezeigt. Die sozialistische Vergangenheit Jugoslawiens wird nicht nur von den EU-Politikern ignoriert – ihre positiven Seiten werden auch von den postjugoslawischen politischen Eliten in Abrede gestellt. Besonderes Augenmerk legt Petrović dabei auf den Modebegriff der „Jugonostalgie“, der die Gefühle der Postjugoslawen in demselben Maß trivialisiert, in dem sie der neuerdings von Tim Judah lancierte Begriff der „Jugosphäre“ ignoriert.

Referentin: Tanja Petrović (Ljubljana)
Moderation: Mara Puškarević (SolidarnOst)

Der Vortrag wird auf englisch gehalten und es wird eine Flüsterübersetzung geben bei Bedarf. Fragen und Diskussion folgen dann der bunten Gesprächssituation auf serbokroatisch, deutsch und englisch.

Eine Veranstaltung von Helle Panke in Kooperation mit dem Referat für Ost-, Mittelost- und Südosteuropa der Rosa Luxemburg Stiftung, dem Verbrecher Verlag und SolidarnOst.

Kosten: 4,00 Euro