An: Columbiahalle Berlin Fax: Fax: 030 / 69809815 Email: info@c-halle.com Betrifft: Faschisten-Konzert in der Columbiahalle am 26.4.2014 Guten Tag, Mit Entsetzen habe ich erfahren, dass am 26. April in der Columbiahalle in Berlin ein Konzert des kroatischen, faschistischen Rocksängers Thompson (alias Marko Perkovic) stattfinden soll. Thompsons Konzerte bieten seit den 1990er Jahren ein Sammelbecken für Ustascha-Nostalgiker, Nationalisten und Faschisten aller Couleur. Seine Fans huldigen Thompson regelmäßig mit faschistischen Grüßen oder ergießen sich in martialischen Ustascha-Ritualen. Thompson seinerseits spielt seit dem Beginn seiner Musikkarriere mit der Karte des kroatischen Nationalismus, der sich u. a. aus den Narrativen des historischen Faschismus speist. Seine Themen sind kämpferisches und stolzes „Kroatentum“, Gott, Heimatland, traditionelle Familie und das Anrufen einer historisch-völkischen Einheit mit den Mitteln der populären Rockmusik. Auch deutsche Faschisten und Neonazis finden Gefallen an Thompsons Liedern und Konzerten. Die NPD hat ebenfalls für den 26. April eine Demonstration in Berlin Kreuzberg angekündigt. Es ist davon auszugehen, dass die deutschen Neonazis am Abend zu dem Konzert in die Columbiahalle ziehen werden. Wie alle anderen Faschisten und Nationalisten sieht auch er sich lediglich als „Patrioten“, der von der Liebe zum Heimatland geleitet wird. Diese „Liebe“ hat während dem Zweiten Weltkrieg Millionen Menschen ins KZ gebracht, wo sie brutal ermordet wurden. Es muss Schluss damit sein, Musiker mit derlei Ansichten auftreten zu lassen und damit ein Forum für eine faschistisch oder nationalistisch gesinnte Diaspora zu ermöglichen. Ich fordere sie auf, das Thompson-Konzert in ihren Räumen abzusagen. Faschismus darf keine Bühne erhalten und zum Profit dienen. Als Veranstaltungsort sind Sie direkt verantwortlich. Mit freundlichen Grüßen